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Die fünf Standardtänze
Langsamer Walzer
LW; ¾-Takt, 30 Takte pro Minute. Entwickelte sich in den 20er-Jahren in England aus dem Boston und heißt daher auch (English) Waltz. Die linearen Bewegungen des Boston verwandelten sich dabei in raumgreifende Drehungen, in denen das Paar von Höhepunkt zu Höhepunkt schwingt. Der Langsame Walzer gilt als der schwierigste Standardtanz und ist auch der meistgeübte. Das weiche Ein- und Ausschwingen zur schmelzenden Musik klassischer Waltz-Melodien macht ihn zum „Tanz des Herzens“.
Tango
T, 2/4 o.a. 4/4-Takt, 33 Takte pro Minute. Stammt aus Argentinien und ist, dem Stakkato der Musik entsprechend, geprägt vom Wechsel zwi9schen Aktion und Pause. Die „Ruckartigen Aktionen“ (von knappen und schnellen Kopfbewegungen begleitete Schritte) werden im Knie weich abgefangen, was dem Tango das Doppelgesicht verhaltener Leidenschaftlichkeit gibt. Die „gehaltenen Pausen“ verhindern „Körperschwung“ und damit verbundene Hebungen und Neigungen.
Wiener Walzer
WW, ¾-Takt, 60 Takte pro Minute. Ist mit seinen Varianten (z.B. dem Ländler) ein uralter, vor allem im Alpenraum beheimateter Volkstanz, der wegen seiner „Ungezügeltheit“ oft bekämpft wurde. Am preußischen Hof wurde er 1794 verboten, während er 20 Jahre später auf dem Wiener Kongreß Triumphe feierte. In Deutschland wurde er 1932 ins Turnierprogramm aufgenommen. Karl von Mirkowitsch und Paul Krebs entwickelten aus dem „Drehtanz“ den „Schwingtanz“. Sein Reiz liegt nicht im Figurenmaterial, sondern im berauschenden Körperschwung.
Slow Foxtrott
SF, 4/4-Takt, 30 Takte pro Minute. Entstand um 1900 aus dem Ragtime und amerikanischer Marschmusik und entwickelte sich zum Klassiker unter den „englischen Tänzen“. Die linearen Schrittmuster, auf natürlicher Gehbewegung basierend, wirken bei kunstvoller musikalischer Interpretation und lässigem „Understatement“ faszinierend. Dem kontinuierlichen Bewegungsfluß entsprechend, sind „fließende Posen“ besonders „foxy“.
Quickstep
Q, 4/4-Takt, 52 Takte pro Minute. Entstand Mitte der 20er-Jahre, als parallel zum Onestep das Tempo des Foxtrotts beschleunigt wurde. Im Gegensatz zum Langsamen Walzer, mit dem ihn geschlossene Drehungen und Chasses verbinden, ist der Quickstep dadurch charakterisiert, dass die Körpergeschwindigkeit bei „Slow“ fast die gleiche ist wie bei „Quick“ oder bei besonders schnellen Schrittfolgen (z.B. Pepperpot). In der Familie der Standardtänze gilt er als „der Sekt unter den Weinen“: perlend in seinen langgestreckten Bewegungen und spritzig in seinen Hüpfschritten.
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